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Unite for Europe March | London

Ich wollte mich eigentlich schon immer einmal bei einer Art Demonstration beteiligen, allerdings habe ich es bisher irgendwie noch nie geschafft. Es sollte ja zudem auch noch für etwas sein, das ich auch wirklich unterstützen würde. In London gibt es praktisch andauernd solche Demonstrationen, auch viele, die wirklich in meinem Interesse gewesen wären. Allerdings haben diese bisher nie mit meinem Zeitplan übereingestimmt. So war ich zum Beispiel leider nicht in London, als dort der March4Women stattfand – den wäre ich auch wirklich gern mitgegangen. Dieses Mal jedoch hat eigentlich alles geklappt und ich konnte nun endlich meinen ersten March mitgehen, den Unite for Europe March.

Gegen Brexit, für EU!

Der Unite for Europe March, zur Demonstration gegen den Ausstieg Großbritanniens aus der EU, entspricht auch vollkommen meiner Meinung. Denn ja, ich bin absolut gegen den Brexit! Selbst wenn ich nur noch bis zum Sommer hier in England leben werde.

Da ich nun auch endlich einmal nichts vorhatte und mich auch sonst nichts daran hindern würde beschloss ich also, zusammen mit Marie-Agnès, am Unite for Europe March teilzunehmen. Neben 100 bis 200 Tausend weiteren Brexitgegnern, die von allen Ecken der Insel, ja sogar von Frankreich und Spanien, extra dafür anreisten, liefen wir 2 Meilen vom Hydepark, vorbei am Trafalgar Square bis zum Parliament Square um unsere Meinung mitzuteilen und unsere Unterstützung zu zeigen.

Es war eine wunderbar große und vor allem friedliche Demonstration, die leider viel zu wenig von den Medien unterstützt und verbreitet wurde. Kaum eine große Zeitung berichtete davon. Es schien als weigerten sich die Medien jetzt noch, so kurz vor dem Auslösen des Artikel 50, davon zu berichten. Sie wollen scheinbar nicht zeigen, dass so viele Menschen mit dieser Situation unzufrieden sind, da das ganze ja eigentlich sowieso schon besprochen ist.

Bringt das denn jetzt dann überhaupt noch was?“

Der March hat nur wenige Tage vor dem Auslösen des Artikel 50 stattgefunden, da stellt sich die Frage, was bringt es denn dann noch? Ist nicht schon längst alles geregelt und besprochen? Und hat es für mich überhaupt irgendeinen Sinn da mitzugehen, obwohl ich schon bald wieder in Deutschland leben werde und auch noch nicht lange hier lebe? Es betrifft mich ja eigentlich gar nicht wirklich. Diese Fragen hatte ich mir davor gestellt und ich habe darauf auch sehr schnell Antworten für mich persönlich gefunden.

Ja! Es bringt auch so kurz vorher noch etwas. Denn selbst wenn dieser March überhaupt nichts verändern würde (wie es leider nun auch der Fall war), so würde es zumindest zeigen, dass es noch immer Menschen gibt, die die EU befürworten. Und meiner Meinung nach ist dies auch ein guter Weg, für all jene, die in Großbritannien leben, aber beim Referendum nicht wahlberechtigt waren, ihre Meinung zu äußern. Denn das ist doch der ganze Sinn daran,das Recht auf Meinungsäußerung!

Auf meine zweite Frage: Ja! Es ist schon alles geregelt und ein zurück so wahrscheinlich, wie die Besiedelung des Mars innerhalb der nächsten 10 Jahre. Ich gehe jetzt einfach einmal davon aus, dass dies nicht der Fall sein wird… Und auch diese Frage habe ich mir, mehr oder weniger, mit der ersten Antwort bereits erklärt. Warum das ganze überhaupt noch? Zwecks Meinungsäußerung!

Meine letzte Frage hätte ich mir damit auch wieder beantworten können und es hätte an sich als Antwort auch reichen können. Jedoch steckt für mich noch weitaus mehr dahinter.

Für die Politik eines Landes demonstrieren, in dem ich bald nicht mehr leben werde – Warum?

Den Anfang der Antwort zu dieser Frage fand ich in meiner Vergangenheit. Vor 10 Jahren kam ich im August zum ersten Mal in meinem Leben, zusammen mit meiner Familie nach England. Seitdem sind wir beinahe jedes Jahr (ich glaube ich war nur in einem Jahr nicht hier), für immer mindestens 4 Wochen, nach England gefahren. Ich habe die Sommer meiner halben Kindheit auf dieser Insel verbracht und inzwischen ist sie wirklich eine zweite Heimat für mich!

Ich weiß noch nicht, wie eben dies in der Zukunft nun für mich weiter geht… Jedoch weiß ich schon jetzt, dass ich es ohne die Reisen nach Großbritannien nicht aushalten werde. Schon gar nicht, nachdem ich ein Jahr hier gelebt habe.

Aus diesem Grund fand ich es mehr als richtig und auch absolut angemessen bei dem Unite for Europe March mitzugehen obwohl ich bald wieder in Deutschland leben werde.

Ich möchte nicht, dass dieses Land aus der EU austritt! Nicht nur aus Eigeninteresse, sondern auch weil ich davon überzeugt bin, dass diese Vereinigung von europäischen Ländern einen sehr guten Grund hat und ich nicht glaube, dass es Großbritannien nach dem Brexit so viel besser geht. Ich bin wirklich gespannt, wie das alles dann in Zukunft weiter geht…

Inwiefern betrifft mich der Ausstieg?

Wie ich schon sagte, mich betrifft das alles insofern, dass dieses Land, oder vielmehr all die Länder der britischen Inseln, mich mein halbes Leben lang begleiteten und daher auch eine wirklich große Rolle in meiner Vergangenheit, wie auch Zukunft spielen.

Zudem haben inzwischen auch schon mehrere Demonstrationen für ein vereintes Europa in verschiedenen Städten Deutschlands Stattgefunden. Sicherlich auch in weiteren EU-Ländern. Es handelt sich hierbei eben nicht mehr um eine Sache, die nur die Engländer auf ihrer Insel betrifft, es geht ja schließlich um die Europäische Union und in dieser sind auch wir Mitglied.

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Die St. Patrick´s Parade in London

Obwohl der St. Patrick´s Day eigentlich eine rein irische Tradition ist, wird dieser auch hier in London ausgiebig gefeiert. Und zwar weit mehr, als nur den eigentlichen Paddy´s Day. London hat daraus nämlich gleich ein ganzes St. Patrick´s Weekend gemacht.


     

Wir haben natürlich auch den St. Patrick´s Day, traditionell in Grün, gefeiert und eines der (angeblich) besten Irish Pubs in London besucht und natürlich auch ein Guiness probiert. Es war ein wirklich tolles Pub, schön groß, nur leicht überfüllt… Die Gefahr umzufallen lag bei weniger als Null Prozent.

Wir hatten uns dann dazu entschlossen, da wir uns ja schließlich schon passende Shirts besorgt hatten, nicht nur den Paddy´s zu feiern, sondern das ganze Wochenende eben auch – ganz nach dem Vorbild Londons eben

Also Samstag nach Camden (mit etwas Livemusik und dem Six Nations Rugby Spiel) und am Sonntag dann zur großen Parade am Trafalgar Square. Da ich dieses Jahr unsere geliebte Fasnacht leider verpassen musste, hatte ich mir das St. Patrick´s Weekend als eine Art Ersatz dafür vorgestellt. Allerdings kann eigentlich nichts die typische süddeutsche Fasnacht ersetzen. Dummerweise bin ich dadurch dann mit etwas zu hohen Erwartungen in das Wochenende gegangen. Ich hatte mir alles, ehrlich gesagt, etwas verrückter und viel grüner vorgestellt, als es dann tatsächlich war. Aber wie ich schon sagte, meine Erwartungen waren ziemlich hoch. Abgesehen davon war das ganze Wochenende dann doch wirklich toll. Und es ist ein Erlebnis, was man sich wirklich nicht entgehen lassen so

Die Parade an sich war auch sehr schön, allerdings hatte ich auch hier immer wieder diesen Vergleich zu unseren Fasnachtsumzügen im Kopf. Diese sind aber auch einfach unschlagbar. Zu dem Umzug war am Trafalgar Square auch noch eine große Bühne für Liveacts aufgebaut und als Höhepunkt trat dann Gavin James am Abend auf. Dies war dann wirklich ein perfekter Abschluss für dieses doch leicht verrückte Wochenende.

Das wirklich tolle an der Parade war für mich jedoch, dass ich so nun auch endlich mal meine Streetphotography Skills etwas weiter ausbauen konnte. Und vor allem, ohne dabei ein komisches Gefühl haben zu müssen. Es ist halt doch auch in einer so großen Stadt wie London etwas seltsam, wildfremde Menschen auf der Straße zu fotografieren. Aber nicht an einem Tag wie diesem. Im Gegenteil, die Menschen freuen sich, wenn ich ein Foto machen will und posen extra, mit breitem Grinsen, vor meiner Kamera. Ich habe mich, zusammen mit all den professionellen Fotografen, in das grüne Getümmel (und teils mitten in die Parade hinein) gestürzt.

Aber ich denke, wenn man die richtige St. Patrick´s Day Atmosphäre erleben möchte, dann sollte man besser nirgends anders hin, als nach Irland und am Besten gleich in die Hauptstadt reisen. Steht auch schon auf meiner Buckettlist. Würde ich nicht irgendwann einmal die richtige St. Patrick´s Day Atmosphäre miterleben, könnte ich mir das sicherlich nur schwer verzeihen. Also mal schauen, wann ich dieses Ziel von meiner Liste (die trotz reisen irgendwie nur länger wird…) abhaken werde.

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Street Art in Paris

Paris ist ja generell ein sehr beliebtes Reiseziel für Kunstliebhaber, neben den klassischen Werken namenhafter Künstler findet man hier aber auch die Street Art von oft weniger bekannten Künstlern.

Was mich so sehr an dieser Kunstart fasziniert, ist ihre direktheit. Die Werke können sehr auffallend aber auch zurückhaltend sein und vielleicht nur irgendwo im hintersten Eck einer kleinen Gasse zu finden. Zudem sind sie sehr vielseitig und dauernd im Wandel. Dies und die oft sehr kritische Sichtweise der Künstler haben mich sehr fasziniert. Auf meiner Reise in die französische Hauptstadt habe ich dann angefangen Street Art, natürlich auch Streetphotography, besser zu verstehen und auch mit anderen Augen zu sehen. Es sind eben nicht nur bunte Graffitis und schmierereien, sondern oft steckt noch viel mehr dahinter.

Hier sind nun ein Paar meiner Favoriten:

Cover Up

Wir hatten wirklich Glück, dass wir am ersten Tag in Paris auf diesen kleinen Platz beim „Canal Saint Martin“ gestoßen sind. Eine große Fassade geschmückt mit zahlreichen, sich schichtenden Graffitis. Und zwei Männer, die diese gestreiften Verkehrshütchen auf dem kleinen Platz verteilten. Dabei sahen sie so aus, als wären sie sich noch nicht ganz einig, was sie eigentlich machen wollten. Wir hatten ja keine Ahnung, was die beiden tatsächlich vorhatten…

Am nächsten Morgen sind wir sind dann zufällig noch einmal dort vorbei gekommen, dieses Mal jedoch von einer anderen Seite. Daher hat es auch etwas gedauert, bis wir verstanden hatten, wo wir waren, und warum es plötzlich so anders aussah… Die beiden Unentschlossenen vom Vortag, hatten einen genauen Plan gehabt. Sie wollten die Wand neu besprühen und das hatten sie dann auch gemacht.

Persönlich bevorzuge ich ja die Vielfältigkeit der ersten Variante. Mir gefällt auch generell das erste Foto besser, da stimmt die Komposition einfach mehr, das zweite ist eher eine Art Beweiß-schnappschuss.

It`s „Twenty One Pilots“ not „21 Pilots“!

Wer auch immer das gemacht hat, ich habe mich sehr darüber gefreut! Da kann man dann so einen kleinen Fehler schon auch mal verzeihen. Weil TØP eine meiner Lieblingsbands und „Car Radio“ mit einer der besten Songs ist, hat es dieses kleine Graffiti auch ganz schnell in meine Favoriten geschafft. Sie legen halt auch in der Street Art eine gute Show hin!

 

EZKSTREETART – art against poverty

Dieser Street Art Künstler hat mich wirklich sehr beeindruckt. Das kleine Kind mit der Frage „Dans quel monde Vuitton?“ kann man mehr als einmal auf den Wänden der Häuser in Paris finden. Generell mussten wir feststellen, dass Louis Vuitton in der Pariser Street Art Szene doch gern und auch häufig kritisiert wird. Und das ist, was mir am meisten daran gefällt: die Kritik, die hinter den Werken von Eric Zeking stecken.

„Non mais ils vont sérieusement se TRUMPer à ce point?“

Le Marais

Diese hier fanden wir im Stadtteil Le Marais, ein wirklich schöner Teil von Paris. Dort findet man die typisch kleinen französischen Sträßchen mit all den Boutiques. Und natürlich ein paar wirklich schöne Grafittis! Vor allem in dieser kleine Gasse, die von der „Rue des Francs-Bourgeois“ abzweigt, gibt es eine wirklich schöne Ansammlung der verschiedensten Werke.

 

KONNY

Die Street Art Künstlerin Konny Steding hat mich vielleicht sogar am meisten fastziniert. Und wieder einmal spielt hier die Botschaft und die kritische Sichtweise eine große Rolle. Ich weiß nicht warum, aber mir gefallen meist die Graffitis, Fotografien oder Kunstwerke allgemein mit einer Botschaft dahinter mehr, als die perfekten und schön anzusehenden.

Monsieur et Madame Straßenpfosten

Diese beiden sind einfach ein witziges Paar und ebenfalls im Le Marais zu finden. Das verückte daran ist, es fällt einem zunächst nicht auf, was mit diesen speziellen Pfosten wirklich los ist, nur dass etwas nicht ganz stimmt.

Ich bin wirklich froh, dass im ersten Bild gerade ein Radfahrer im Hintergrund vorbei fuhr. Ich finde das macht das ganze Bild um ein vielfaches interessanter.

J´EXISTE. ABOVE.

Aufkleber sind in Paris auch eine sehr beliebte Art eine Botschaft rüber zu bringen und sich auszudrücken. Ich fand besonders diese beiden hier sehr faszinierend. Das erste scheint beinahe wie ein Mantra zu sein, J`EXISTE!

 

Man sieht sie wirklich überall, aber Paris scheint mit diesen Stickern zugepflastert zu sein. Ich habe mich immer wieder sehr gefreut, wenn ich irgendwo wieder einmal einen ABOVE Sticker gesehen hatte. Allerdings wusste ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht genau, was es sich damit eigentlich aufsich hat. Und für alle, denen es genauso geht wie mir: ABOVE ist ein amerikanischer Street Art Künstler.

 

Eine Stadt ohne Street Art wäre nicht das gleiche und ich finde sie gehört ebenso auf die Bucketlist für den Städtebesuch, wie all die typischen Sehenswürdigkeiten.

Was haltet ihr denn so von Street Art und würdet ihr euch bei eurem nächsten Städtebesuch auch mal bei einrm Grafitti halt machen und es bewundern wie eine standard Sehenswürdigkeit?

 

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