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Daten und unsere Privatsphäre Online

Privatsphäre – von Jedermann großgeschrieben und mit Vorsicht behandelt. Jeder möchte seine oder ihre Geheimnisse für sich behalten, irgendwo tief unten, wo niemand sie finden kann. Man möchte so wenig wie nur möglich von sich preisgeben. Persönliche Daten. Scheinbar wertvoller als Gold und ein Thema so heiß wie nie zuvor. Ich möchte noch kurz anmerken, dass es sich hierbei um meine eigene Meinung und Erfahrungen handelt. Daher sollte dieser Artikel nicht als Quelle genutzt werden.

Dennoch haben wir das Bedürfnis uns anderen mitzuteilen.

Auf der Straße würden wir kaum zu einem Fremden gehen und ihm von unseren Problemen erzählen. Oder auf dem nächstgelegenen Platz verkünden, was man soeben zu Mittag gegessen hat und dazu noch eine kleine Diashow ablaufen lassen, wie der Hund oder die Katze durch die Wohnung spazieren. Aber warum eigentlich nicht?

Es ist unangebracht und könnte andere Menschen auf unangenehme Art belästigen. Zudem möchten wir ja nicht, dass jede x-beliebige (fremde) Person jedes Detail unseres Privatlebens erfährt. Auf so einem Platz mitten in der Stadt laufen die verschiedensten Menschen umher und wir wollen ja schließlich entscheiden, wer was von uns wissen darf und wie viel davon.

Dort lassen wir jegliche Hüllen fallen, und werfen mit unseren Daten geradezu um uns, als wären sie der Ball in einem Handballturnier. Ja gerade so, als gäbe es kein morgen mehr. Wir sind mehr als bereit dazu, jedes kleinste Teil aus unserem Leben mit anderen zu teilen. Ja wir verspüren beinahe eine Art Drang alles online der Welt mitteilen zu dürfen bzw. zu müssen. Als sei es ein Wettkampf, wer sein Leben schöner, besser und brillanter präsentieren kann.

Sei es das Frühstück, Abendessen oder ein tägliches Selfie aus meinem perfekten Instagram Leben. Das hinter den Vorhängen doch alles andere als glamourös und perfekt ist.

Daten die einen, für uns, unvorstellbaren und unbegreiflichen Wert haben.

Online entstehen neue Realitäten und parallele Welten.

Ich kann anonym in die große Masse eintauchen, mich und mein Leben auf dem Präsentierteller servieren, oder es komplett neu aufziehen und so gestalten, wie ich es gern hätte – auch wenn dann nichts mehr der Realität entspricht.

Hinter den Bildschirmen kommen dann aber die Ängste in uns hervor. Was macht wer mit all meinen Daten? Wie war das nochmal mit dem Abhören? Können die NSA und Co. überhaupt irgendetwas mit meinen Daten anfangen? Wer will die schon? Mein Leben ist ja so uninteressant wie eine kleine Löwenzahnblüte irgendwo auf einer gigantischen Wiese.

Geht es wirklich um die einzelne Person?

Wollen die großen Konzerne wie Google, Facebook und co. wirklich wissen wer ich bin und wieso sollen ausgerechnet die an mir interessiert sein? Es ist doch ganz egal wer ich bin – es sei denn natürlich ich bin ein „Jemand“.

Daten Online | Lichtfarbenspiel

Geht es nicht vielmehr um die Masse und deren Verhalten als Ganzes? Aber natürlich müssen dabei zuerst die Daten der kleinen Leute gesammelt werden, wie sonst soll man die der Masse zusammenfassen? Daher sind dann Letztendlich auch die Daten jeder einzelnen Person so wertvoll.

Meiner Meinung nach ist es für den Laien beinahe unmöglich, meine Daten vor den „Großen“ zu verstecken. So sollten wir uns dessen bewusst sein, dass jedes kleinste Detail, dass wir online von uns preisgeben auf irgendeinem Server gespeichert und verarbeitet werden kann. Und mit diesem Wissen entscheiden, was und wie ich meine Daten mit der Öffentlichkeit teile.

Was meinst du?

Negativität - der Trend-Lebensstil?
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Negativität – der Trend-Lebensstil?

Es ist wirklich erschreckend wie viel Negativität, besonders online, unter den Menschen verteilt wird. Niemand gönnt irgendwem etwas, irgendjemand weiß immer alles besser und auf der anderen Seite gibt es immer jemand noch dümmeres. Und jeder liebt es, genau das allen Anderen immer und immer wieder klar zu machen.

Negativität – gegenseitig herunterziehen, statt aufbauen

Toleranz und Unterstützung sind Fremdwörter, die erst einmal nachgeschlagen werden müssen. Rücksicht ist ebenso schwer verständlich. Da ist es noch leichter sämtliche asiatische Schriftzeichen zu lernen, so scheint es.

Es ist oftmals schrecklich und ich verstehe es einfach nicht, wie Menschen sich immer und immer wieder gegenseitig niederreißen und noch fester zutreten müssen. Nach schwächen wird nur so gesucht, wie der hungrige Wolf nach Nahrung.

Das Gesagte, Geschriebene, Getane oder nicht Getane wird blitzschnell und aufs gründlichste durchkämmt und analysiert. Immer auf der Suche nach etwas, dass es einem ermöglicht, den anderen schlecht dastehen zu lassen um sich so vielleicht besser fühlen zu können. Oder aus welchem Grund auch immer…

Negativität - der Trend-Lebensstil?


Missgunst und Neid begleiten einen wohin man auch geht oder was man auch tut. Selbst dann, wenn man nichts tut. Wenn wir mit der eigenen Situation nicht zufrieden sind, so lassen wir es einfach an der nächstbesten Person aus.

Ein begrenzter Tunnelblick führt uns durch unsere Leben und dabei merken wir nicht, wie viele unglaublich schöne und einzigartige Dinge und Momente ganz leise an uns vorbei ziehen. Und wie sich, langsam aber sicher, Frust und Bitterkeit immer weiter in unserem Innern ausbreiten und alles Andere übertönen.

Letztendlich berauben wir uns so doch nur selbst unserer Kraft. Wenn wir all unsere Energie immerzu in Negativität stecken, bleibt nichts mehr übrig um positiv zu denken.

Gerade das ist aber doch so unglaublich wichtig! Hand in Hand statt gegeneinander. Ich weiß, ich selbst bin alles andere als perfekt und das möchte ich hiermit auch keinesfalls sagen! Vielmehr ist es eine Art Erinnerung an mich selbst – und hoffentlich auch für jede/n der, oder die, das hier liest.

Es tut nicht weh einfach mal die Vorurteile außen vor zu lassen. Dieser einen Person, die wir immer schon seltsam fanden, einfach eine neue Chance geben. Kennen wir sie denn wirklich? Wer weiß vielleicht verbirgt sich in ihr ja ein freund/eine Freundin fürs Leben? Und wenn nicht, ist dann deswegen wirklich kostbare Energie verschwendet?

Vielleicht sollten wir anfangen mehr zuzuhören, anstatt vorschnell zu urteilen.

Es ist so leicht gesagt, doch alles andere als leicht getan. Dessen bin ich mir bewusst. Ich versuche es, immer wieder. Erinnere ich mich daran, so wie jetzt, und vergesse es hin und wieder. Aber ich versuche es!

Ich versuche, ohne Voreingenommenheit die Welt um mich herum zu betrachten. Ich versuche, die kleinen und unscheinbaren Dinge zu sehen. Wenn es mir gelingt, so bringen gerade diese eine unglaubliche Freude mit sich.

Viel zu oft gelingt mir es mir aber noch nicht. Wenn ich mich wieder dabei ertappe, wie ich durch meine Stunden hetze, genervt von was auch immer und meinen Tag mit zu viel bitterer Ernsthaftigkeit betrachte. Anstatt im Moment zu leben, ihn zu genießen und mich daran erfreuen. Um dann diese Freude mit anderen zu teilen.

Ob Rudel- oder Herdentier, sie überleben nur in der Gemeinschaft und nicht „jeder gegen jeden“. Mehr gegenseitige Unterstützung statt unnötig herunterziehen. Es würde ja schon genügen, jeden sein Leben in Frieden leben zu lassen – auch wenn es absolut nicht in mein Weltbild passt.

„The lone wolf dies, but the pack survives“. 

Game of Thrones
 
2018 Rewind - Ein Jahresrückblick
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2018 Rewind – Ein Jahresrückblick

Besser spät, als nie! Auch wenn wir nun schon über einen Monat im neuen Jahr sind, möchte ich noch gerne einen Jahresrückblick auf mein 2018 geben. Und dir hiermit noch ein etwas sehr verspätetes neues Jahr wünschen! Ich hoffe du hattest einen wunderschönen Start.

Bei mir ging es etwas Drunter und Drüber die letzte Zeit. Die Prüfungsphase hat mich doch zeitlich ganz schön gefordert, darum war es auch hier und auf meinen Social Media Kanälen eher still. Mittwoch war endlich die letzte Prüfung und jetzt kann 2019 auch hier auf Lichtfarbenspiel endlich richtig beginnen.

Zuerst geht es aber noch einmal zurück ins Jahr 2018

2018 hatte sich wieder einmal einiges in meinem Leben geändert. Ich begann mein Studium an der Hochschule Furtwangen. Ich habe unglaublich viele tolle Menschen Kennenlernen dürfen. Neue Freundschaften geschlossen und so einiges erlebt und gelernt.

Plastik, ist das Kunst oder kann das weg? | FOTOFREITAG

Seit Frühling 2018 versuche ich auch etwas mehr auf die Umwelt zu achten. Es ist wirklich schrecklich, wie viel Müll sogar hier bei uns in Deutschland rumliegt. Dabei versuche ich in erster Linie, Meinen Plastik-Konsum zu reduzieren. Was wirklich nicht immer leicht ist. Ich habe, was das angeht, noch einen langen Weg vor mir! Aber aller Anfang ist klein und daran möchte ich dieses Jahr, nein vielmehr jeden Tag, anknüpfen.

Bevor das Studium begann, stattete ich meiner Lieblingsstadt noch einmal einen Besuch ab. Dafür wäre es jetzt langsam auch mal wieder Zeit… Und ich habe mich einmal selbst vor die Kamera getraut

Während dem ersten Semester war es allgemein recht ruhig – auch hier auf dem Blog. So ruhig wie ein neues Studium nun eben sein kann…

Dann irgendwann im Juni erfuhr ich dass ich laktoseintolerant bin und das schon über mehrere Jahre hinweg. Aber halb so wild, die meisten Milchprodukte mochte ich eh nicht wirklich. Vielleicht schreibe ich demnächst mal einen kleinen Bericht darüber. Wie ich es erfahren habe, was sich dadurch so geändert hat und wie ich damit umgehe. Ist manchmal nämlich gar nicht so leicht.

Im August ging es für zwei Wochen Richtung Osten in die Ukraine. Ein Land von dem ich nicht gedacht hätte, dass es jemals auf meiner „Places to see Bucket List“ stehen würde.

Dadurch hat es mich aber noch mehr beeindruckt!Ukraine – Wandern in den Karpaten

Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Freunden bin ich knapp zwei Wochen durch die ukrainischen Berge gewandert. Neben unglaublich vielen Fotos habe ich mich auch zum ersten Mal im Filmen versucht. Ich hatte gehofft diesen zumindest noch 2018 zu schneiden, aber da hat mir dann die Hochschule eindeutig einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt steht dieser aber ganz oben auf meiner To do Liste und dann werde ich ihn hoffentlich auch bald hier teilen können!

Wieder zurück aus der Ukraine konnte ich noch etwas freie Zeit genießen, bevor dann das zweite Semester wieder los ging. Erst ziemlich schleppend, mit Ausfällen hier und da. Da hatte ich noch gerade etwas Zeit für ein Fotoshooting mit der tollen Salome. Und dann kam plötzlich alles zusammen. Abgaben verschiedener Projekte, unter anderem haben wir einen kurzen interaktiven Film gedreht, und dann ging es auch schon auf die Prüfungen zu und Weihnachten stand vor der Tür.

Hallo Salome | FOTOFREITAG

Um 2018 richtig abzuschließen, ging es noch ein Paar Tage in die Schweiz zum Ski und Schlittenfahren. Mit dem Zug fuhren rauf auf den Pass um von dort dann 5 km auf dem Schlitten wieder zurück ins Tal zu rauschen. Das ist schon ein ganz anderes Level, als die kleinen Hügel bei uns, die Wir als Kinder runter gerutscht sind.

2018 wurde, ganz traditionell, mit Raclette (was gibt’s auch besseres an Silvester?) verabschiedet und gemeinsam mit guten Freunden begrüßten wir das neue Jahr. Wobei ich allerdings so langsam eine kleine Abneigung gegen Feuerwerk und insbesondere Böllern entwickelte.

Grundsätzlich halte ich nichts von Neujahrsvorsätzen. Aber wenn ich welche für dieses Jahr hätte, dann wäre es beim Nächsten Silvester komplett auf Böller und Co. Zu verzichten und stattdessen einfach nur zur Wunderkerze zu greifen, wenn überhaupt.

Hier findest du noch einer meiner Lieblingsposts aus 2018. Es geht darum, dass man ja nur mit gutem und teurem Equipment tolle Fotos machen kann. 

Ukraine – Wandern in den Karpaten
Blog, Reisen

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Achtung! Es wird etwas länger als sonst… Kannst du bis zum Ende durchhalten? Wir haben es geschafft, also auf in die Karpaten!

Am Morgen des 12. August ging es mit dem Auto los in Richtung der ukrainischen Karpaten. Mit Zwischenstopp in Dresden fuhren wir dann zu Viert einmal quer durch Polen bis an die Grenze zur Ukraine. Da angekommen, bereits schon um die 18 Stunden unterwegs. Geschlafen wird im Auto und die Fahrer werden schön regelmäßig durch gewechselt.

An der Grenze hieß es dann erst einmal warten bis wir endlich durch konnten. Der ganze Act vollzog sich so in Etwa innerhalb von 3 bis 4 Stunden. Endlich drüben, begegneten wir dem etwas aufdringlichen Raststättenkater „Fritz“, der uns nur zu gerne begleitet hätte. Doch für uns hieß es noch weitere 5 Stunden Fahrt, die wir hinter uns bringen mussten. Nach bald 30 Stunden Unterwegs kamen wir dann endlich Mittags am (vorübergehenden) Zielort Yasinya an.

Ankunft Karpaten

Dort trafen wir auf die letzten Beiden, womit unsere Gruppe nun Vollständig war. Es wurde schnell (soweit schnell in unserem Zustand überhaupt möglich war) eingekauft, die Sachen sortiert – wer was trägt, was im Auto bleiben wird usw. – und nach einem Abstellplatz für´s Auto gesucht.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Aussicht von einem unserer Lagerplätze

Diesen fanden wir bei netten Einheimischen im Garten. Welchen wir, mit Händen und Füßen, versuchten verständlich zu machen, dass wir unser Auto gerne für 10 Tage bei ihnen abstellen und es danach wieder mitnehmen würden. Wir bezahlten vorsichtshalber mal mit 500 „Geld“ (wir hatten keinen blassen Schimmer, wie die Währung der Ukraine wirklich heißt), was Hoffentlich als hohe Summe bei den Einheimischen angesehen wird – auch da waren wir uns etwas unsicher. Aber sie schienen zufrieden zu sein und luden uns noch schnell auf einen Vodka und ein Wurst-Käsebrot ein. Dummerweise sind bis auf 2 von uns alle Vegetarier oder Vegan, was sie aber nicht störte, oder vielmehr nicht verstanden. Was soll´s, das Brot war immerhin lecker.

Bis hier her war´s doch easy…

Nach knapp 3 km und 30 Stunden keinen richtigen Schlaf fanden wir unseren ersten Lagerplatz. Nudeln zum Abendessen, dann ein kurzer Besuch 3 kleiner Jungen mit ihren beiden Ponies und nach einer Nacht unter freiem Himmel (mit Mückenplage) würde es dann am nächsten Morgen weiter Richtung Hoverla gehen.

Morgens, von Kühen geweckt, ging es nach einem recht einseitigen Haferflocken-Frühstück rauf in die Berge der Karpaten. In einer zweitägigen Etappe bestiegen wir zuerst den Hoverla – mit 2061Meter der höchste Berg der Ukraine. Vor dem letzten wirklich steilen Stück schlugen wir aber nochmal unser Lager auf und verbrachten die Nacht, ohne Mücken und mit Blick auf den Gipfel, unter einem unglaublich schönen Sternenhimmel auf einer Lichtung kurz vor der Baumgrenze.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Unser Lagerplatz beim Aufstieg auf den Hoverla

Jetzt kommt der aufregende Teil!

Am nächsten Morgen ging´s dann hoch auf den Gipfel. Die Wanderung war eher eine Art Klettern, was aber – trotz riesigem Wanderrucksack – beim richtigen Tempo sogar wirklich sehr viel Spaß gemacht hatte. Und dieser Steile Aufstieg hat sich dann auch mehr als gelohnt. Die Aussicht von oben war einfach wunderschön, das Mittagessen (Brote mit jeglicher Art von Belag) hat doppelt so gut geschmeckt, wie am Tag zuvor und zusätzlich konnten wir dort oben etwa innerhalb einer Stunde alle 4 Jahreszeiten durchmachen. Denn kurz nach dem Essen zog es plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, komplett zu und um uns herum war auf Einmal nur noch eine große weiße Wand. Umso beeindruckender war es, als es wieder aufklarte.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Auf dem Gipfel – der höchste Punkt der Ukraine

Woraufhin wir uns dann an den Abstieg machten. Aber natürlich nicht bevor ich unzählige Fotos und Videos einfangen konnte. Vom Gipfel wieder runter wanderten wir noch ein paar Kilometer und machten uns so langsam auf die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Beim Abstieg

Okay, jetzt wird es ganz kurz  etwas ungemütlich

Hier bekamen wir zum ersten und einzigen Mal so wirklich etwas Probleme (auf Grund der Sprachbarriere). Auf unserer Route mussten wir ein Naturschutzgebiet durchqueren, in dem auch eine Art Hostel war mit einem Parkranger der für etwas, was wir nicht verstanden, eine Bezahlung forderte. Mit Russisch und Polnisch hatten wir versucht uns zu verständigen – hatte alles aber nicht gereicht, mit Englisch war es sowieso aussichtslos. Bis sich zu guter Letzt ein junger „Heidelbeersammler“ fand, der für uns übersetzen konnte. Doch wofür der gute Herr das Geld wollte konnte er uns Anfangs auch nicht sagen. Bis sich dann herausstellte, dass wir für den Aufenthalt in dem Naturschutzgebiet zahlen sollten.

Nachdem es in der Zwischenzeit auch schon gut dabei war uns komplett nass zu regnen, entschieden wir kurzerhand einfach die Nacht in dem Hostel, anstatt in der Kothe (eine Art Zelt) zu verbringen. Im Ganzen mussten wir dann, für Hostel und Aufenthalt, 3 Euro pro Person zahlen. Gut, das Hostel war auch wirklich nur ein einfaches Haus mit 3 Tischen und Bänken, als einzige Möbel und geschlafen wurde trotzdem auf Isomatten. Dennoch ist so ein Preis für westliche Verhältnisse einfach nichts. Hier in Deutschland kauft man sich dafür vielleicht 2 Tafeln Schokolade, an eine Übernachtungsstätte nicht zu Denken!

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Das „Hostel“ im Naturschutzgebiet

Bist du noch dabei?

Die Nächste Etappe hielt sich von den Kilometern recht gering. Wir wanderten etwa 8 Kilometer, bis wir an eine traumhaft gelegen Schutzhütte gelangten, wo wir zunächst Mittag machten um dann schließlich den restlichen Tag und die Nacht dort zu verbringen.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Sonnenuntergang mit Aussicht (direkt hinter der Schutzhüte)

Dieser Tag sollte noch ziemlich verrückt werden und sich unsere Entscheidung noch mehr als lohnen. Kurz nach dem Mittagessen ging der Regen los (übrigens der letzte von insgesamt 2 richtigen Regentagen in den 2 Wochen) und hielt sich den ganzen restlichen Tag über – mit einigen Pausen zwischendrin. Dadurch bekamen wir der Reihe nach Besuch. Von anderen Wanderern, die sich ebenfalls durch die Karpaten schlugen, und Hirten mit ihren Schafen, sowie eine Herde frei laufender Pferde, die aber offensichtlich jemandem gehörten. Ein sehr abwechslungsreicher Tag der offenen Tür, obwohl wir so weit oben, mitten in den Karpaten der Ukraine in einer kleinen Hütte bei grausamen Wetter saßen.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Die „Tag der offenen Tür“-Schutzhütte

Am Tag darauf ging es an den ersten Abstieg, wir mussten mal wieder zurück Richtung Zivilisation und unsere Vorräte auffrischen. Um die 20 Kilometer bergab ging es an dem Tag, was meinen Knien doch sehr zu schaffen machte. Ziemlich traurig, ich als jüngste der Truppe humpelte den Berg runter wie eine uralte Frau. Immerhin hatte ich meine Bandagen mit dabei (ohne die ich es dort sicher auch nicht überlebt hätte). Also ein kleiner Tipp am Rande, mit Knieproblemen in den Bergen, mit recht viel Gepäck, wandern zu gehen ist nicht unbedingt die beste Idee… habe ich mal „gehört“ oder so 😉

Gleich gibt es ein Eis

Ziemlich am Ende Kamen wir dann am frühen Nachmittag in Kvasy an, wo wir als erstes endlich zu Mittag aßen und anschließend einkaufen gingen. Was wiederum eine Herausforderung an sich darstellte. Unglaublich viele Läden, aber alle ziemlich klein, ein klitzekleines Geldproblem und wir alle waren zudem komplett fertig. Ach ja, das mit der Sprache war natürlich auch noch so eine Sache. Denn die ganzen Läden waren so aufgebaut, dass hinter dem Tresen die ganzen Lebensmittel usw. waren und wir sagen mussten was genau wir wollten. Zum einen hatten wir, aus der Ferne, nicht den geringsten Schimmer was in welcher Verpackung drin war, zum anderen wie wir sagen sollten, was davon wir nun wollten. Aber die Verkäuferinnen waren sehr nett und überaus geduldig mit uns. Jetzt gibt es auch das versprochene Eis! War ganz lecker… 😉

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Der 2. richtige Aufstieg (wir haben um die 900Hm zurückgelegt, bevor dieses Bild entstand)

Die Nacht verbrachten wir am Rand von Kvasy und am nächsten Morgen ging es dann wieder hinauf in die Berge. An diesem Tag legten wir über 900 Höhenmeter zurück, was unglaublich anstrengend war, bei recht hohen Temperaturen und zudem meine überlastete Achillessehne, vom Abstieg am Vortag. Ja läuft bei mir…

Dafür hatten wir jedoch am Abend wieder einen unglaublich tollen Lagerplatz und wieder einmal eine Sternklare Nacht. Auch wenn uns Abends die Wolken etwas bedrohten, würde es die restliche Zeit, bei uns in den Bergen, nicht mehr regnen.Ukraine – Wandern in den Karpaten

Der Anstieg hatte sich jedoch sehr gelohnt

Es wird nochmal spannend – bleib dran!

Am darauf folgenden Tag wanderten wir den Kamm entlang, was recht angenehm war, weil sich somit die Höhenmeter gering hielten. Unser Lager schlugen wir auf einer großen wiese auf, wo wir auch den kompletten nächsten Tag verbringen würden. So konnte man in Ruhe alles machen, was wir zwar sonst auch taten, aber irgendwie mit einem entspannteren Gefühl. Wir sangen gemeinsam, spielten Karten (eigentlich nur Yaniv), kochten gemeinsam und einige schnitzten auch – ich versuchte mich einfach mal an einem kleinen Delfin, der tatsächlich auch danach aussieht. Also wirklich alles, was wir sonst auch nach dem wandern immer taten. Ach ja, es war auch offizieller Waschtag. Ja, auch in den Bergen, fern ab der Zivilisation gibt es noch so etwas wie Hygiene.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Die berüchtigte Kothe

Am nächsten Morgen ging es wieder zurück ins Tal. Dieses Mal nicht ganz so steil, aber in etwa gleich weit. Am frühen Nachmittag kamen wir in Rakhiv an. Von dort aus fuhren wir dann mit dem Bus zurück, über Kvasy nach Yasinya. Ach ja, während der Fahrt regnete es noch einmal, was uns ja aber nicht stören sollte, wir waren im Trockenen… Dort angekommen, mussten wir erst einmal wieder raus aus dem Ort und nach einem Schlafplatz suchen. Total am Ende schleppten wir uns wieder nach oben in Richtung Berge. Unser Lager schlugen wir direkt nach dem letzten Hof auf.

Keine Angst, ist gar nicht mehr weit…

Am darauf folgenden Tag wanderten wir wieder weiter hinauf, auf der Suche nach einer vermeintlichen Schutzhütte. Der Weg dort hin schien scheinbar kein Ende zu nehmen, dabei war die Strecke tatsächlich gar nicht so weit… Auf, gedacht, halbem Wege trafen wir auf einen sehr, sehr hilfsbereiten Ukrainer. Dieser dachte, wir wüssten nicht mehr wo lang es geht und dass er uns (da er die Gegend In-und Auswendig kannte) den Weg beschreiben müsste. 

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Beim Aufbau der Kothe – irgendwer hat das Seil etwas zu weit oben angebracht…

Unsere Anstrengungen wurden dann aber doch noch mehr als belohnt! Mit Unmengen an Pfifferlingen, die direkt am Wegesrand und später hinter unserer gelobten „Schutzhütte“ en Masse wuchsen. Ja klar, Ukraine und Pilze sind ne super Mischung. Doch ehrlich gesagt dachten wir nie daran, dass wir die Pilze vielleicht besser nicht essen sollten. Naja uns geht’s allen noch prima und ein Bisschen strahlender durch die Welt zu gehen schadet sicher keinem.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Irgendwann gelangten wir dann natürlich auch an unsere Schutzhütte, die leider nicht mehr so viel Schutz bot… Was soll´s? Erstmal wurde, so oder so, zu Mittag gegessen. Danach die Kothe schnell aufgestellt und kurz danach ging´s auch schon ans Pilze putzen und Abendessen zubereiten. Mit einer Tasse Kaffee war dann auch das fehlende Dach und der allgemeine Zustand der Hütte verziehen.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Gekocht wird gemeinsam 

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Eine Schutzhütte (oder so) in den ukrainischen Karpaten…

Wir haben es fast geschafft!

Am nächsten Morgen hieß es zurück zum Auto! Aber natürlich nicht, ohne vorher nochmal fast ganz hoch in die Karpaten zu steigen. So schlimm war´s natürlich nicht und die Aussicht hatte sich durchaus nochmal richtig gelohnt. Der Weg ins Tal runter war auch halb so schlimm – trotzdem anstrengend. Es fühlte sich auch sehr gut an zu wissen, dass man am Nächsten Tag endlich wieder im Auto sitzen und sich, ohne laufen zu müssen, fortbewegen kann. Nicht weit von unserer ersten Lagerstätte entfernt verbrachten wir unsere letzte Nacht in den Karpaten und damit auch die letzte in der Ukraine. Wir hatten einen wunderschönen letzten Abend, mit Kartenspielen (natürlich Yaniv), singen und einfach gemeinsam um´s Feuer herum sitzen.

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Hoverla (2061m)

Home sweet Home ♥

Der nächste Morgen war der Freitag, der zweiten Woche dieser Reise. Es galt nur noch das letzte Stück zum Auto zu laufen und dann würden wir unsere Heimreise antreten. Zurück nach Deutschland, zurück Nachhause. Über Polen und Dresden ging es wieder in den Schwarzwald und zurück in das Leben mit Smartphone und co. Ereichbarkeit 24/7 (was bei mir jedoch tatsächlich nicht der Fall ist, ich werde nur erreicht, wenn ich es auch will…)

Die restliche Heimreise erspare ich euch jetzt, der Bericht ist ohnehin schon viel zu lange! Wenn du es bis hierhin geschafft hast, dann hast du dir wirklich meinen größten Respekt und vor Allem Dank verdient!! Lass es mich doch gerne in den Kommentaren wissen, dann kann ich beruhigt schlafen gehen. (Wenn nur eine/r so weit liest bin ich unglaublich zufrieden – hätte vielleicht besser einen Roman veröffentlichen sollen oder so…) 

Ukraine – Wandern in den Karpaten

Unser letzter Lagerplatz

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Mein Studium – irgendwas mit Medien

Ich glaube, das mit der Zeiteinteilung im Studium muss ich nächstes Semester noch einmal üben. Besonders zur Klausurphase muss ich mir das alles etwas besser einteilen… Continue Reading

Plastik, ist das Kunst oder kann das weg? | FOTOFREITAG
Blog, Fotografie

Plastik, ist das Kunst oder kann das weg? | FOTOFREITAG

Inspiriert von der neuen Ausgabe der National Geographic „PLANET OR PLASTIC?“ und all dem (Plastik) Müll, den ich heute Morgen auf dem Weg zur Hochschule an der Straße sehen musste, gibt es heute mal eine etwas andere Art von Fotofreitag. Eine kleine spontane Fotoserie dem ganzen Müll gewidmet, der sich scheinbar unaufhaltsam in unserer Natur ausbreitet. Ist das Kunst oder kann das weg? (Achtung! Ernstgemeinte Frage.)

Wie ich mit Plastik umgehe und was auch du tun kannst, um unsere Erde ein wenig sauberer zu hinterlassen. Continue Reading

Selbstportrait & Fotoscheu | FOTOFREITAG
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Ein Selbstportrait gegen die Kamerascheu | FOTOFREITAG

Eine der größten Herausforderungen im bereich der Fotografie ist sicher ein Selbstpotrait aufzunehmen, besonders wenn man nur ungern vor einer Kamera steht. Inzwischen bin ich es so sehr gewohnt immer hinter der Kamera zu stehen und die Welt durch ihren Sucher zu betrachten, dass es sich einfach irgendwie falsch anfühlt, plötzlich von der anderen Seite in eine Kamera zu schauen. Ja, fotografieren kann durchaus Kamerascheu machen – so war es zumindest in meinem Fall.  Continue Reading

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Fasnacht und die Rechtslage bei Street Photography | FOTOFREITAG

Durch meinen Auslandsaufenthalt im letzten Jahr, entging mir leider die 5. Jahreszeit und somit der ganze Trubel um Verkleidung, Bälle und Umzüge. Also wollte ich mir nun für diese Fasnacht vornehmen, mit meiner Kamera durch die bunt geschmückten Straßen zu ziehen.

Am Schmotzigen Dunstig machte ich mich dann spontan auf zum Kinderumzug. Dort konnte ich einige wirklich tolle Momente einfangen. Besonders all die kleinen Kinder in den traditionellen Kleidchen machten richtig was her. Continue Reading

Gute Kamera heißt guter Fotograf | FOTOFREITAG
Blog, Fotografie

Tolle Fotos – Deine Kamera ist echt gut! | FOTOFREITAG

Vielen Dank! Oder vielmehr ich werde es ihr ausrichten. Inzwischen habe ich mit dem Zählen aufgehört, wie oft ich diesen Satz schon gehört habe. Es ist ja auch ganz einfach: umso besser die Kamera, desto besser der Fotograf! Oder warum haben denn sonst Profis immer diese Riesenkameras?! Ach ja, die Größe der Objektive spielt dabei natürlich auch eine wichtige Rolle! Continue Reading

Blind Date Photoshoot | FOTOFREITAG
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Blind Date Photoshoot | FOTOFREITAG

Genau heute vor einem Jahr hatte ich mein bisher erstes „Blind Date Photoshoot“ mit der lieben Nao, die zu dem Zeitpunkt ebenfalls als Au Pair in London lebte.

Damals hatte ich auf Facebook in verschiedenen Au Pair Gruppen nach Freiwilligen für verschiedene Shootings gesucht. Es gingen unzählige Nachrichten in meinem Messenger ein und die Kommentare schienen kein Ende zu nehmen. Ich hatte vorher ja keine Ahnung, wie das tatsächlich ablaufen würde. Ich begann immer mehr auszusortieren und entschied mich schließlich dafür, mich für das erste Blind Date Photoshoot mit Nao zu treffen. Aber mehr dazu kannst du gerne hier nachlesen. Continue Reading

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