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Oktober 2016

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Ein entspannter Sonntag am Meer

So schön und aufregend London auch ist, manchmal braucht man auch etwas Abstand von dem ständigen Stress der Stadt – was ist da besser als ans Meer zu gehen?

Zwei meiner Freundinnen meinten an einem späten Freitagabend zu mir, sie wollen Sonntag runter nach Eastbourne ans Meer zu den Seven Sisters fahren und ob ich denn nicht mit wolle. Ich kenne die Gegend dort, ich war schon vor ein paar Jahren, als ich das erste Mal in London war, bei den Seven Sisters. Eine Reihe der berühmten weißen Kalkfelsklippen die sich zwischen Eastbourne und Brighton erstrecken. Also habe ich gesagt, dass ich sehr gerne mitkommen würde.

Am Samstag haben wir dann versucht, den Trip nach Eastbourne, in einem wirklich gemütlichen Starbucks in Chelsea, zu planen. Aus dem Planen wurde aber nicht sehr viel, unser Plan sah mehr oder weniger noch immer gleich aus, wie Freitag Abend.

Auf ans Meer!

Wir sind dann Sonntagmorgen um halb 7 über den Friedhof zur Tubestation losgelaufen und haben gehofft, dass alles einigermaßen passt und wir unseren Zug um 7:26 von der Victoria Station nach Eastbourne nicht verpassen. Morgens, vor allem Sonntagmorgens, fahren die Tubes leider nicht ganz so Regelmäßig, wie üblich, also mussten wir zusehen, dass wir die erste Tube bekommen.

An der Victoria Station angekommen mussten wir uns innerhalb von 15 Minuten dann die Tickets besorgen, was zuerst gar nicht so einfach war, aber dafür erstaunlich günstig.

Dank einer, etwas umständlichen, Zug-Bus-Zugfahrt über Brighton, sind wir dann schließlich um etwa 10 Uhr in Eastbourne angekommen.

Dort haben wir uns dann noch schnell etwas Proviant für ein Picknick auf den Klippen besorgt und uns dann auf zum Meer gemacht, immer den Möwen hinterher.

Möwe

Die kleine Möwe

Nach der anstrengenden Reise mussten wir uns aber erst einmal etwas Ausruhen, bevor wir den langen Marsch auf die Klippen antreten würden.

Nach einem schnellen Shooting mit einer äußerst fotogenen Möwe, einer kurzen Pause am Strand und anschließend in einem kleinen Cafe, mit Scones und heißer Schokolade, haben wir uns am Strand entlang in Richtung Klippen begeben.

Auf dem Weg dorthin haben wir dann immer wieder kleine Fotopausen eingelegt, bei welchen so viele schöne Erinnerungsfotos entstanden sind. Außerdem ist mir auch aufgefallen, dass heutzutage überhaupt nicht mehr gefilmt wird. Als ich noch kleiner war, wurde in jedem Urlaub gefilmt und alles mögliche auf dem Film festgehalten.

Ich finde es wirklich toll, wenn man sich dann später solche filme wieder ansehen kann und auch sehr schade, dass dies nicht mehr so der Fall ist. Also habe ich versucht das zu ändern und so sind auch ein paar wirklich sinnlose, aber witzige Videos entstanden, die wir dann in ein paar Jahren wieder anschauen können und uns an diesen Lazy Sunday bei den Seven Sisters zurückerinnern.

Endlich oben angekommen hat man dann eine atemberaubende Aussicht. Nicht nur über das Meer, sondern man kann auch wirklich weit ins Land rein sehen.

Dort oben haben wir dann den Rest des Tages mit picknicken und weiteren Fotoshootings, direkt an den Klippen, verbracht. Es ist ein wirklich tolles Gefühl, aus London raus zu kommen und auf den Klippen zu sitzen und einfach mal nichts zu tun – stundenlang.

Es ist zwar nicht sehr viel aufregendes an diesem Tag passiert, aber er ist definitiv einer der schönsten Tage, die ich bisher hier in London erlebt habe.

Wie sieht denn euer perfekter „Lazy Sunday“ aus?

Und schaut doch auch mal meiner Freundin Marie-Agnès vorbei, sie hat jetzt auch das bloggen angefangen.

Ich habe eigentlich gar keine Brille

Verrück? Nein, wir doch nicht!

Ein „Behind the Scenes“

Beachy Head Lighthouse

Abends war das wetter einfach nur noch verrückt…

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Ein etwas anderer Friseur-Besuch

Ich bin ja generell eher ein Fan von kurzen Haaren. Wenn ich lange Harre hab, laufe ich sowieso meistens nur mit Pferdeschwanz durch die Gegend.

Vor etwas mehr als einem Jahr hab ich mir zum letzten Mal die Haare schneiden lassen – ein Pixiecut. Ich habe sie seither wachsen lassen, zwischendrin auch mal gefärbt, weil mir die Länge mal nicht gefiel, ich mir aber vorgenommen hatte sie wachsen zu lassen. Jetzt hier in London hatten sie dann eigentlich eine Länge, mit der ich ganz gut klar kam. Trotzdem hatte ich schon überlegt, sie mir dieses Jahr noch schneiden zu lassen, aber weiters nicht darüber nachgedacht.

Die Vorgeschichte

Dass es dann aber nun doch dazu kam, früher als ich erwartet hatte, ist eine leicht verrückte Geschichte…

Ich war zusammen mit ein paar Freundinnen auf einem Pub Crawl für Aupairs (das ganze war aber mehr ein Bar/Club Crawl und nicht wirklich mein Geschmack) und in einer der Bars kam eine Frau zu uns und hat zwei meiner Freundinnen gefragt, ob sie sich die Haare schneiden lassen würden. Ein Freund von ihr wäre auf der Suche nach Models, für eine Präsentation verschiedener Haarschnitte vor dem Chef des Salons, in dem er arbeiten möchte – würde daher auch nichts kosten. Also eine Art von Test, ob er dann angestellt wird, oder nicht.

Da denkt man natürlich als Erstes an irgendwelche auszubildende, die nicht wirklich viel Erfahrung mitbringen und dann versuchen deine Haare in eine bestimmte Form zu bringen, die nicht mal ansatzweise der Vorlage entspricht – da bekommt der Ausdruck „Creative Cut“ eine ganz neue Bedeutung.

Die Frau (Kaja) hat dann ein paar Bilder von verschiedenen Haarschnitten gezeigt und meine beiden Freundinnen waren nicht ganz so überzeugt. Es war auch nur möglich einen der vorgegebenen Schnitte zu bekommen, man konnte sich nicht wirklich aussuchen wie es aussehehn soll. Also hat sie dem Rest von uns auch noch die Fotos gezeigt. Da hab ich dann, wohl oder übel, gesagt dass mir der „Short Layers Cut“ gefällt und ich den für mich cool fände.

Das war dann eine echt witzige Situation, alle waren irgendwie voll geschockt, im positiven Sinn, dachten aber nicht, dass ich es ernst meine. Ehrlich gesagt, war ich mir da selbst nicht ganz sicher ob ich das wirklich ernst meine – aber Hey, es ist kostenlos und was soll schon passieren, Haare wachsen ja wieder nach…

Ich hatte Kaja dann noch etwas über den Friseur ausgefragt und sie hatte mir dann erzählt, dass er schon mehr als zehn Jahre Erfahrung hat, hört sich ja schonmal nicht ganz so schlecht an. Sie hatte mir auch Fotos von seiner Arbeit und dem Trevor Sorbie Salon in Richmond, gezeigt, war alles sehr Ansprechend.

Ich hab dann am nächsten Tag mit Sasho (dem Friseur) über Facebook geschrieben und dann einfach einen Termin ausgemacht. Bis dahin dachte ich ja nicht, dass das wirklich alles ernst gemeint war.

Aber gut, jetzt hatte ich den Termin.

Da ich Friseurbesuche eigentlich ziemlich cool finde, und ich ja auch schon öfters kurze Haare hatte, war das ganze auch keine wirklich große Überwindung für mich.

Es wird ernst!

Als ich dann nach Richmond fuhr, um meine Haare schneiden zu lassen, hatte ich schon ein etwas komisches Gefühl. Ich hatte den Friseur vorher ja auch noch nie gesehen und nur kurz mit ihm über Facebook geschrieben.

Endlich angekommen, musste ich feststellen, dass der Salon wirklich, wie mir schon gesagt wurde, in etwas höhere (Preis)Schichten einkategorisiert ist. Ist dann doch etwas preiswerter, sich dort die Haare schneiden zu lassen. Aber sehr schön und modern und die angestellten sind alle wirklich sehr nett!

Nach der üblichen Prozedur von Haare waschen, mit zehn verschiedenen Shampoos und Conditioners, hat Sasho dann mit einer sehr interessanten Technik angefangen mich von meinen Haaren zu trennen. Normalerweise kenne ich es so, dass der Friseur zuerst alle meine Haare ein Stück abschneidet und dann erst mit dem Schnitt anfängt; aber nicht Sasho, er hat gleich mit der finalen Länge angefangen und ich hatte schon gedacht, dass er nach nur 30 Minuten fertig wäre.

Wie sehr ich mich doch geirrt hatte! Der Salon hatte sich dann langsam mit weiteren Menschen gefüllt, bis er auf einmal ganz voll war, und wieder geleert. Menschen kamen und gingen und ich saß in meinem Sessel und wunderte mich, warum das bei ihnen alles so schnell ging.

Irgendwann kam dann auch der Mentor, oder halt der Friseur, der Sasho bei dem Ganzen beaufsichtigt und betreut. Er hat dann auch noch etwas an meinen Haaren rumgeschnitten. Die Frau neben mir war schon ganz neidisch und meinte sie hätte auch gern so einen Service.

Als dann drei Stunden vorbei waren, war mein Haarschnitt immer noch nicht fertig, aber weil wir alle danach keine Zeit mehr hatten, haben wir einfach einen zweiten Termin ausgemacht, diesmal aber im Salon in Covent Garden.

Ich hatte meine neue Frisur aber so schon, unvollendet, richtig geliebt.

Der Salon in Covent Garden war dann noch um Einiges vornehmer und vor Allem größer.

Dort lief das ganze dann eigentlich nochmal genau gleich ab. Meine Frisur wurde um einiges kürzer geschnitten und dann noch perfektioniert. Wenn Trevor Sorbie höchstpersönlich dann kontrolliert, muss schließlich alles perfekt sein.

Am Ende saß ich auch hier wieder drei Stunden in meinem Sessel und hatte das unbeschreiblich tolle Vergnügen mir erneut drei volle Stunden durchgehend ins Gesicht starren zu können!

 

Vorher:

Nachher:

 

Fertig:

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